Focus
Nur noch 541 Christen im Gazastreifen
Das Hilfswerk missio sorgt sich um die wenigen verbliebenen Christen im Heiligen Land. Die bedürftigsten Familien unterstützt es jetzt mit dem Programm «Zurück zur Schule».
(KNA) Zerstörung und Gewalt sollen nach Ansicht des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem nicht über die Zukunft junger Menschen und ihrer Familien im Gazastreifen entscheiden. Deshalb übernimmt das Patriarchat mit seiner Initiative «Zurück zur Schule» Bildungskosten für besonders benachteiligte Familien, wie das katholische Hilfswerk missio Aachen am Freitag mitteilte. Missio unterstützt das Programm für Familien in Gaza und im Westjordanland finanziell für die 150 bedürftigsten Familien.
Ziel des Hilfsprogramms ist nach Auskunft des Hilfswerks, Kindern und Jugendlichen trotz Krieg, Armut und Vertreibung den Schulbesuch zu ermöglichen. So sollen im Westjordanland, in Jerusalem und im Gazastreifen Schulen offen gehalten oder wieder geöffnet werden.
Christen in Gaza und im Westjordanland leben nach Hilfswerksangaben seit Jahren unter enormem Druck und sind immer wieder Gewalt, Schikanen und Einschränkungen ausgesetzt. Bewegungsbeschränkungen, der Entzug von Arbeitserlaubnissen und der weitgehende Stillstand des Tourismus erschwerten es vielen Menschen, ihren Lebensunterhalt zu sichern. Nach Angaben des Patriarchats liegt die Arbeitslosenquote in den christlichen Gemeinden bei 54 Prozent. Dort leben nach Angaben des Lateinischen Patriarchats nur noch 541 Christen.
cic/kath.ch www.kath.ch/newsd/missio-nur-noch-541-christen-im-gazastreifen/