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Jugend
Die Nahbarkeit zum Papst war mein Highlight
von Julia Friker
Matthias Gisler ist 28 Jahre alt, wohnt in Beromünster und ist zurzeit im Studium an der Pädagogischen Hochschule Luzern mit dem Ziel, Sekundarschullehrer zu werden. Er arbeitet neben dem Studium als Französischlehrer in Sursee. In der Freizeit spielt er Cornette in der Reiter- und Feldmusik Gunzwil. Zusätzlich ist er Mitglied in der Landessender Jugend Gunzwil. Er ist oft in der Natur unterwegs und reitet gerne sein Pferd aus. Er war von 2017 bis 2019 als Gardist in Rom tätig. Von dieser spannenden Erfahrung wird er uns nun erzählen.
Matthias, wie bist du zur Tätigkeit als Gardist gekommen?
Mein Cousin war ebenfalls als Gardist tätig und hat mir viel von seinem Alltag erzählt. Nach der Berufslehre wollte ich ins Ausland. Die Möglichkeit, als Gardist zu arbeiten, eine neue Sprache zu lernen und eine neue Geschichte und Kultur zu entdecken, hat mich dazu ermutigt, diesen Weg zu gehen.
Was hat dir besonders gefallen?
Zu meinen Highlights zählte sicherlich die Nähe zum Papst während des Dienstes. Papst Franziskus, welcher während meiner Dienstzeit als Papst im Amt war, hat uns Gardisten täglich begrüsst. Dies war für uns ein Zeichen der Wertschätzung. Ebenfalls durfte ich am Besuchstag meinen Eltern den Papst vorstellen. Ich konnte ihnen so etwas zurückgeben. Auch der Austausch mit internationalen Besuchern und die unterschiedlichen Kulturen kennenzulernen, war schlicht grossartig.
Gab es auch negative Aspekte?
Es gab sehr lange Tage, bei denen man als Schildwache oder im Wachdienst gestanden ist. Anfangs war das herausfordernd. Man hatte dabei viel Zeit zum Nachdenken. Mit der Zeit wurde es aber besser. Heute vermisse ich es manchmal, weil man im Alltag oft vergisst, kurz innezuhalten und ganz bewusst zu atmen und zu überlegen.
Wie ist dein Verhältnis zum Glauben?
Als praktizierender Katholik durfte ich erfahren, dass die Kirche auch weiterhin jung und dynamisch ist. Anders als teilweise bei einem Gottesdienst in der Schweiz, bei dem eher ältere Menschen die Messe besuchen. Es hat mir gezeigt, dass der katholische Glaube weiterlebt.
Wie würdest du die Erfahrung in drei Worten beschreiben?
Kameradschaft – lehrreich – eine andere Welt.
Wem kannst du diese Tätigkeit in der Garde empfehlen und würdest du es nochmals tun?
Ich kann es allen empfehlen, die sich bewusst sind, dass man einen wichtigen Job im Zentrum der katholischen Weltkirche ausübt. Dabei gibt es nicht wenige Tage, an denen man Standhaftigkeit beweisen muss. Ich würde es wieder tun, weil diese Erfahrung einen stärkt.